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Rollstuhlbasketball: Totgesagte leben länger - RSV steht in der Endspielserie

von
Mit großer Moral hat Titelverteidiger RSV Lahn-Dill im zweiten und

entscheidenden Halbfinale um die deutsche Rollstuhlbasketball-Meisterschaft
den Kopf aus der Schlinge gezogen und in beeindruckender Weise mit 74:60
(17:10/33:24/51:36) beim RSB Team Thüringen triumphiert. Ein Jubiläum
feierte dabei Center Dirk Köhler, der im vierten Viertel seinen 5.000 Punkt
im Trikot des RSV Lahn-Dill markierte. Im Endspiel trifft der RSV allerdings
nicht auf Erzrivale Zwickau, sondern auf die Mainhatten Skywheelers, die in
Sachsen mit 70:66 gewannen und so die hauchdünne 52:54-Niederlage aus dem
Hinspiel wettmachten.

Damit hat die Mannschaft um den überragenden Kapitän Michael Paye die
58:65-Heimniederlage vor einer Woche wettgemacht und steht nun in der
„best-of-three“ Finalserie gegen den Sieger des zweiten Semifinalduells
zwischen Zwickau und Frankfurt. Die gastgebender Thüringer konnten dagegen
ihren sieben Punkte Vorsprung aus Spiel eins nicht ins Ziel retten und
müssen nach dem Aus im DRS-Pokal Viertelfinale gegen RSV Lahn-Dill nun auch
in der Meisterschaft ihre Hoffnungen gegen die Wetzlarer ad acta legen.
„Dies war für uns ein äußerst intensives und anstrengendes Spiel, aber meine
Mannschaft hat die schwierige Aufgabe beeindruckend souverän gelöst und das
Ticket für das Finale verdient gelöst“, so ein glücklicher RSV-Trainer
Nicolai Zeltinger nach 40 hoch spannenden Spielminuten im Landessportzentrum
Elxleben.

So startete der neunfache Meister aus Mittelhessen, der nach der
enttäuschenden Heimniederlage vor einer Woche nicht mehr als Favorit auf den
Finaleinzug gehandelt werden konnte, von Beginn an äußerst konzentriert.
Ziel war es Thüringens Topscorer Aliaksandr Halouski mit einer eng stehenden
Verteidigung vom eigenen Korb fernzuhalten, um den Weißrussen seiner größten
Gefährlichkeit zu berauben. Dies gelang zu Beginn auch erfolgreich, der RSV
selbst hatte beim 9:4 (7.) bereits fünf der sieben Punkte Rückstand aus dem
Hinspiel aufgeholt, während Halouski erst kurz vor Ende des ersten Viertels
mit zwei lupenreinen Freiwürfen seine ersten Zähler verbuchen konnte.

Dieser Trend setzte sich auch im zweiten Viertel zunächst fort, als Joe
Bestwick mit einem Doppelschlag binnen weniger Sekunden das 19:12 und 21:12
(13.) erzielen konnte und damit sein Team unter dem Strich erstmals am
Finaleinzug schnuppern ließ. Erst als Michael Paye unter dem Jubel der
zahlreich mitgereisten RSV-Fans in der 14. Spielminute das 23:12 nachlegte,
fand der Tabellenzweite der RBBL-Hauptrunde aus Thüringen zurück ins Spiel
und lieferte dem RSV einen packenden Halbfinal-Fight. Bis zum 42:35 (27.)
durch einen Freiwurf des Letten Raimund Beginskis wogte die sehenswerte
Partie nun auf einem sich im Verhältnis zum Hinspiel nahezu egalisierenden
Ergebnis hin und her, das eine Verlängerung erforderlich gemacht hätte.

Doch vier unkonzentrierte Minuten der Gastgeber Ende des dritten Viertels
nutzte der entschlossener wirkende Titelverteidiger aus Mittelhessen eiskalt
aus, zog durch Körbe von Michael Paye und Routinier Dirk Köhler urplötzlich
bis auf 53:36 (31.) davon und brachte sich damit vorentscheidend für den
Einzug in die Finalserie in Stellung. Welche Gefährlichkeit die Truppe aus
Elxleben jedoch auszeichnet, sollte sich in der Folge zeigen. Exakt in dem
Moment, als schon niemand mehr an die fast ein halbes Jahr die
RBBL-Hauptrundentabelle anführenden Thüringer glaubte, hatte die Mannschaft
des Gastgebers ihre stärkste Phase.

Aus dem vermeintlich beruhigenden Vorsprung der Wetzlarer Rollis machte der
Gastgeber nach einem Dreier des US-Kapitäns Taz Capasso schnell wieder den
45:55-Anschluss (33.), auch wenn kurz zuvor Routinier Köhler mit zwei
erfolgreichen Freiwürfen seinen 5.000 Punkt im Trikot des RSV Lahn-Dill
erzielte und damit eine neue Rekordmarke setzte. Als dann nur eine
Spielminute später RSB-Pointguard Joakim Linden mit ebenfalls zwei
Freiwürfen die Chance hatte, das Ergebnis beim Stand von 49:57 wieder unter
die entscheidende Zahl von sieben Punkten zu drücken, drohte die Partie dem
RSV Lahn-Dill doch noch zu entgleiten. Doch dem Schweden versagten zweimal
die Nerven und im Gegenzug war es nun Nationalspieler Jan Haller, der sein
Team in dieser Phase mit sechs Punkte aus der Mitteldistanz im Spiel hielt.
Am Ende machte mit dem überragenden US-Amerikaner Paye ein Spieler den Sack
mit fünf Freiwurftreffern zu, der zuvor dem Halbfinalrückspiel eindrucksvoll
seinen Stempel aufdrückte.

So jubelte am Ende der schon fast totgesagte Titelverteidiger und dessen
Kapitän Paye ergänzte stolz: „Wir haben nicht nur 40 Minuten eine
bärenstarken Verteidigung gespielt, sondern mit unglaublich viel Herz unsere
Chance gesucht, das war der entscheidende Faktor“. Unter dem Strich stand,
trotz der Hypothek von minus sieben Punkten aus dem Hinspiel und der
mentalen Belastung bereits drei der vier bisherigen Saisonduelle gegen die
Thüringer verloren zu haben, ein 132:125-Endergebnis aus beiden
Halbfinalspielen und der Einzug in die Endspiele um die Deutsche
Meisterschaft fest. Und Michael Paye ergänzte überglücklich: „die
entscheidenden beiden Spiele in Pokal und Meisterschaft haben wir gewonnen,
unser junges Team sollte eben niemand unterschätzen“.

Lahn-Dill: Michael Paye (30), Joe Bestwick (14), Dirk Köhler (20), Jan
Haller (10), Christopher Huber, Björn Lohmann, David Amend (n.e.), Thomas
Böhme (n.e.), Thomas Gundert (n.e.), Felix Schell (n.e.), Marco Zwerger
(n.e.).

Thüringen: Aliaksandr Halouski (29), Raimund Beginskis (13), Taz Capasso
(9/1 Dreier), Joakim Linden (4), Diana Dadzite (3/1), Jens-Eike Albrecht
(2), Teemu Partanen, Karol Szulc (n.e.).
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